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Hilfe für Wohnungslose durch Sport
Die Deutsche Straßenfußballmeisterschaft und der Homeless World Cup
Seit 2003 gibt es in jährlichem Rhythmus eine neuartige, weltweite Veranstaltung für Wohnungslose, den Homeless World Cup – zu deutsch die Fußballweltmeisterschaft der Wohnungslosen. Die Veranstaltung wächst stetig.
Nach 18 teilnehmenden Nationalteams im Jahr 2003 nehmen mittlerweise 48 Länder an dem Turnier teil. Seit 2006 gibt es parallel dazu Deutsche Straßenfußballmeisterschaften mit bis zu 24 Teams. Eine außergewöhnlich große Begeisterung an dieser besonderen Ausprägung des Kleinfeldfußballs eint alle Beteiligten an den Events.
Wer die Spiele verfolgt hat, war möglicherweise erstaunt, dass dort sogar hochklassiger Sport geboten wurde. Das hätte den Teilnehmern kaum jemand zugetraut. Wohnungslosigkeit, Drogen- oder Alkoholmissbrauch - das klingt nach Verlierergeschichten und nach Eingleisigkeit. Tatsächlich aber haben Wohnungslose so vielfältige Lebensgeschichten und so reiche Talente, wie alle anderen Menschen auch. Unter unseren Straßenfußballern fanden sich schon ehemalige Regionalligaspieler und andere Leistungssportler. Ihr Leben hat an irgendeiner Stelle eine Wendung genommen, die sie statt zum Sportprofi ins soziale Abseits katapultiert hat. Ein schmaler Grat.
Die Deutsche Straßenfußballmeisterschaft und der Homeless World Cup nutzen den Sport, um ausgegrenzten Menschen Öffentlichkeit und neue Perspektiven zu verschaffen. Marc Füllenbach, Spieler beim World Cup 2005, fasst die Essenz des Straßenfußballs so zusammen: „Fußball hat mir mehr Selbstbewusstsein und eine völlig neue Motivation in meinem Leben gegeben.“
Jo Tein
Geschäftsführender Vorstand „Anstoß!"
Bundesvereinigung für soziale Integration durch Sport e.V.
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